0445120153
BOSCH 0445120153 Common-Rail-Injektor für KAMAZ 5460 / 65115 / 6520 11,8L V8-Turbodiesel (Kamaz 740-Serie)
201149061, 4510411120349080F00RJ01692DLLA147P18141600 barProduktübersicht
Der Bosch 0445120153 Common-Rail-Dieselinjektor ist ein magnetventilgesteuerter Heavy-Duty-CRIN2-Injektor, der speziell für Kamaz-Nutzfahrzeuge mit den 11,8-Liter-V8-Turbodieselmotoren der Baureihen 740.60 und 740.70 entwickelt wurde. Bei einem maximalen Common-Rail-Druck von bis zu 1600 bar kombiniert dieser Injektor die Bosch-Lochdüse DLLA147P1814 (Teilenummer 0433172107) mit einer präzisionsgefertigten F00RJ01692-Steuerventilbaugruppe. Diese exakt kalibrierte Einheit gewährleistet eine hochpräzise Mehrfacheinspritzung für optimale Verbrennungseffizienz, hohe Drehmomententfaltung und die Einhaltung der Euro-4-Abgasnormen. Aufgrund der extremen Einsatzzyklen und rauen Betriebsbedingungen im schweren Nutzfahrzeugverkehr äußert sich Injektorverschleiß typischerweise durch übermäßige Rücklaufmengen, schlechtes Startverhalten, unverbrannten schwarzen Abgasrauch, unruhigen Leerlauf und Verbrennungsklopfen unter Last. Ein rechtzeitiger Austausch gegen den 0445120153 stellt die werksseitige Raildruckdynamik wieder her, verhindert lokale thermische Überhitzung an den Zylindern und sichert die Langlebigkeit des Schwerlastmotors.
Wichtiger Prüfhinweis: Bei Wartungsarbeiten an Nutzfahrzeugmotoren der Kamaz-740-Baureihe müssen die OEM-Vergleichsnummern 201149061 und 4510411120349080 überprüft werden. Jeder neue 0445120153 Injektor erfordert die Programmierung seines spezifischen IMA-Klassifizierungscodes im Motorsteuergerät (ECU), um Zylinderungleichgewichte und thermische Überlastungen zu verhindern.
Fahrzeug- und Motorverwendung
| Fahrzeug | Motor | Baujahre |
|---|---|---|
| Kamaz 5460 11.8 | KAMAZ 740.60 / 740.70 Series (11.8L V8 Turbodiesel) | 2008-2018 |
| Kamaz 65115 11.8 | KAMAZ 740.60 / 740.70 Series (11.8L V8 Turbodiesel) | 2008-2020 |
| Kamaz 6520 / 6522 11.8 | KAMAZ 740.60 / 740.70 Series (11.8L V8 Turbodiesel) | 2008-2020 |
| Kamaz 62115 11.8 | KAMAZ 740.60 / 740.70 Series (11.8L V8 Turbodiesel) | 2008-2019 |
Technische Daten
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| SKU-Nummer | 0445120153 |
| Marke | KAMAZ / BOSCH |
| Komponententyp | Complete Injector Assembly (Bosch Common Rail (CRIN2 solenoid)) |
| OE-Nummer | 201149061, 4510411120349080 |
| SteuerventilKernwert | |
| DüsencodeKernwert | |
| Interne Düsen-TeilenummerKernwert | |
| Einspritzsystem | Bosch Common Rail (CRIN2 solenoid) |
| BetriebsdruckKernwert | |
| Drehmomentvorgabe | 30 N·m |
| Spannpratzen-Drehmoment | 28 N·m |
| Garantie | 12 Months |
| Abgasnorm | Euro 4 |
| Motorenfamilie | KAMAZ 740.60 / 740.70 Series (11.8L V8 Turbodiesel) |
| Steuergeräte-Codierung erforderlich | Yes (IMA Code) |
Einbauhinweise
Benötigte Werkzeuge: 10-mm- & 11-mm-Bremsleitungsschlüssel (Rail- und Injektor-Überwurfmuttern), Injektor-Gleithammer / Ausziehersatz (bei festsitzendem Injektor), Messing-Sitzreinigungsbürstensatz & Industriesauger, Dichtsitz-Fräswerkzeug (bei Brandgas-Erosion), Drehmomentschlüssel (Bereich 2 N·m – 40 N·m), ECU-Diagnosetester mit IMA-/QR-Codierfunktion, Digital-Bügelmessschraube / Tiefenmessschieber zur Kupferring-Prüfung
- Batterie abklemmen & Raildruck abbauen: Massekabel der Batterie trennen und vor dem Lösen von Kraftstoffverschraubungen über Live-Diagnosedaten sicherstellen, dass der Rail-Restdruck unter 10 bar abgesunken ist.
- Motorraum & Injektorschächte reinigen: Schmutz, Ölrückstände und lose Partikel rund um die Injektorschächte des Zylinderkopfs gründlich mit Druckluft und Bremsenreiniger säubern.
- Kabelstrang & Leckölleitungen kennzeichnen: Die elektrischen Steckverbinder zylinderweise markieren und die empfindlichen Halteklammern der Kunststoff-Rücklaufleitung vorsichtig lösen.
- Hochdruckleitungen demontieren: Die Überwurfmuttern mit einem Leitungsschlüssel lösen; offene Rail-Anschlüsse und Injektor-Zuläufe SOFORT mit sauberen Verschlusskappen versiegeln.
- Spannpratzenschrauben herausdrehen: Schrauben der Haltepratze herausdrehen. Beachten: Dehnschrauben müssen grundsätzlich entsorgt und dürfen keinesfalls wiederverwendet werden.
- Injektorkörper herausziehen: Den Injektor gerade nach oben herausziehen. Bei Verkokung einen freigegebenen mechanischen Gleithammer-Abzieher am Einlassadapter ansetzen, ohne den Injektorkörper dabei zu verdrehen.
- Injektorschacht & Dichtsitz prüfen: Sicherstellen, dass der alte Kupferring nicht im Zylinderkopf festgebacken ist; bei Bedarf mit einem Messinghaken vorsichtig herausnehmen.
- Injektorsitz reinigen & nachfräsen: Die Dichtfläche mit speziellen Sitzreinigungsbürsten und Industriestaubsauger bearbeiten (ggf. leicht nachfräsen), bis der Sitz vollkommen metallisch blank und eben ist.
- Neuen Kupferdichtring montieren: Einen OE-spezifizierten Kupferring der vorgeschriebenen Stärke (Standard 1,5 mm - 2,0 mm) einsetzen und bei Bedarf mit etwas Hochtemperaturfett fixieren.
- Injektor mit Keramikpaste montieren: Den Injektorkörper dünn mit zugelassener Hochtemperatur-Keramikpaste bestreichen; Düsenspitze und Kupferdichtring unbedingt trocken und fettfrei halten.
- Spannpratze vorschriftsmäßig anziehen: Die Spannpratzenschrauben ansetzen und mit einem kalibrierten Drehmomentschlüssel nach Herstellervorgabe (28 N·m) festziehen.
- Hochdruckleitungen montieren: Die Überwurfmuttern zunächst von Hand ansetzen, um ein Verkanten des Gewindes zu vermeiden, anschließend Injektor-Zulauf und Rail-Anschlüsse gleichmäßig mit 30 N·m festziehen.
- Leckölrücklaufleitung & Stecker montieren: Rücklaufclips aufdrücken, bis die Verriegelungen hörbar einrasten; elektrischen Stecker anbringen und Arretierung sicher verriegeln.
- ECU-IMA-/QR-Code-Kalibrierung & Entlüftung: Den auf dem Injektorkopf eingravierten alphanumerischen IMA-/QR-Code im Motorsteuergerät dem jeweiligen Zylinder zuweisen; das Kraftstoffsystem vor dem ersten Starten entlüften.
- WICHTIGE IMA-KALIBRIERUNG: Betreiben Sie den Motor niemals ohne Programmierung des neuen IMA-/QR-Abgleichcodes im Steuergerät - uncodierte Injektoren führen zu Verbrennungsklopfen, Zylinderungleichgewicht und vorzeitiger DPF-Beladung.
- ZWINGENDER KUPFERRING-AUSTAUSCH: Verwenden Sie ausnahmslos neue Kupferdichtringe und Dehnschrauben - die Wiederverwendung alter Dichtungen führt zu fatalen Verbrennungsgas-Undichtigkeiten ('Black Death'-Verkokung).
- MAXIMALE SAUBERKEIT BEIM KRAFTSTOFFSYSTEM: Bereits mikroskopische Schmutzpartikel ab 5 Mikrometer können das interne F00RJ01692-Ventil oder die Düsennadel blockieren - Verschlusskappen erst unmittelbar vor dem Anschluss entfernen.
- EXAKTES ANZUGSDREHMOMENT DER SPANNPRATZE: Halten Sie das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment von 28 N·m strikt ein - ein Überziehen verzieht den Injektorkörper und führt zum Klemmen der Nadel.
Häufig gestellte Fragen und Diagnose
Erfordert der Bosch-Injektor 0445120153 eine ECU-Codierung (IMA- / QR-Code)?
Ja, der Bosch-Injektor 0445120153 erfordert die Programmierung eines zylinderspezifischen IMA-Kalibrierungscodes in das Motorsteuergerät (ECU). Auf jedem Injektor ist auf dem elektrischen Anschlussgehäuse oder dem Magnetventilkopf ein individueller, mehrstelliger Kalibrierungscode eingraviert, der die Einspritzmengentoleranzen über verschiedene Raildruckbereiche hinweg definiert. Das Einlernen dieses Codes mittels eines Diagnosetesters (Bosch KTS, VCDS, ODIS, INPA/ISTA oder Autel MaxiSys) ist zwingend erforderlich, um einen gleichmäßigen Leerlauf, die Einhaltung der Euro-4-Grenzwerte und ein sauberes Ansprechverhalten zu gewährleisten.
Was sind die häufigsten Symptome eines defekten 0445120153-Injektors bei der KAMAZ 740.60 / 740.70-Serie (11,8L V8-Turbodiesel)?
Zu den typischen Symptomen gehören verlängerte Kaltstart-Startzeiten, ein unruhiger oder sägender Leerlauf, Schwarzrauch unter Beschleunigung (verschlissene Düsennadel / Überfettung), Weißrauch beim Kaltstart (unverbrannter Kraftstoff), metallisches Ticken bzw. Verbrennungsnageln unter Last, erhöhter Kraftstoffverbrauch, Fehlzündungs-Fehlercodes (P0201-P0206 / P0300-P0306) sowie übermäßige Kraftstoffrücklaufmengen, die bei starker Beschleunigung Raildruck-Fehlercodes auslösen.
Sollte ich Injektoren einzeln oder als kompletten Satz austauschen?
Obwohl der Austausch eines einzelnen defekten Injektors zulässig ist, sofern eine Kraftstoffkontamination ausgeschlossen wurde, empfiehlt es sich bei Motoren mit mehr als 150.000 km Laufleistung, alle Injektoren als kompletten Satz auszutauschen oder auf dem Prüfstand zu testen. Der Verschleiß an Steuerventil (F00RJ01692) und Düse (DLLA147P1814) verläuft über alle Zylinder hinweg gleichmäßig. Der Verbau eines einzelnen Neuteils neben gealterten Einheiten führt aufgrund von Mengenstreuungen häufig zu spürbaren Vibrationen und Laufunruhe im Leerlauf.
Warum müssen der Kupfer-Dichtring und die Spannpratzenschraube bei jeder Montage erneuert werden?
Der Kupferdichtring dichtet den Injektorsitz zum Brennraum des Zylinderkopfs gasdicht ab. Während der Verbrennung herrschen Temperaturen von über 1.500 °C und Drücke von mehr als 150 bar. Ein einmal komprimierter Kupferring verhärtet sich und kann nicht mehr zuverlässig abdichten. Zudem sind die Schrauben der Spannpratzen in der Regel Dehnschrauben, die nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt sind; ihre Wiederverwendung birgt das Risiko von Schraubenabriss im Zylinderkopf oder Verlust der definierten Vorspannkraft.
Welche vorbeugende Wartung ist nach dem Einbau von 0445120153-Ersatzinjektoren erforderlich?
Erneuern Sie stets den Dieselfilter durch einen Filter nach OE-Spezifikation (Filtrationsleistung 3 bis 5 Mikrometer), untersuchen Sie Tank und Leitungen auf metallische Späne von Hochdruckpumpenverschleiß, spülen Sie das Common-Rail-Rohr bei Vorhandensein von Verunreinigungen, verwenden Sie hochwertigen Kraftstoff nach EN 590 und prüfen Sie die Mengenkorrekturwerte (Zylinderlaufruhe) mit dem Diagnosetester nach 500 km Fahrstrecke.
Fehlercodes (DTC) & Diagnoseprotokolle
Häufige Diagnose-Fehlercodes (DTCs), die ausgelöst werden, wenn dieser Common-Rail-Injektor Verschleiß, Schaltkreisfehler oder Kalibrierungsabweichungen aufweist:
Fuel Rail / System Pressure Too Low
Excessive internal backleak from worn control valve seats drops common rail pressure below target under engine load.
Injector Circuit Malfunction / Open Circuit
Solenoid coil resistance drift (0.2-0.5 Ω) or piezo stack degradation triggers driver stage shutdown on affected cylinders.
Cylinder Misfire & Balancing Deviation
Carbon-clogged nozzle spray holes or missing IMA calibration causes uneven cylinder contribution. Recode ECM and verify washer seating.
Fuel Rail / System Pressure Too High
Spill line backpressure or stuck metering valve prevents rail depressurization, creating overpressure risks under load.
Querverweise & Kompatibilität
Schwesterteile, Varianten derselben Plattform und bekannte Inkompatibilitäten.
Technische Diagnose- & Service-Protokolle
Verifizierte Prüfverfahren, Fehlercode-Grenzwerte und Werkstatt-SOPs für diese Baugruppe.