0445110116
BOSCH 0445110116 Common-Rail-Injektor für Mercedes-Benz A-Klasse (W168) / Vaneo (414) 1.7 CDI OM668
A6680700987, 6680700987, A66807009870080, 66807009870080F00VC01024DLLA156P11551350 barProduktübersicht
Der Bosch 0445110116 Common-Rail-Injektor ist ein Erstausrüstungs-Magnetventil-Injektor der CRI1-Generation, entwickelt für Mercedes-Benz 1.7 CDI OM668 Turbodieselmotoren in der A-Klasse (W168) und dem Vaneo (414). Ausgelegt für maximale Raildrücke von bis zu 1350 bar, basiert die Einheit auf einer DLLA156P1155 Lochdüse (Bosch-Baugruppennummer 0433175342) in Verbindung mit einer F00VC01024 Hochdruck-Steuerventilbaugruppe. Dieser Injektor gewährleistet präzise Euro-3-Pilot- und Haupteinspritzzyklen, abgestimmt auf kompakte Quereinbau-Pkw-Anwendungen. Häufige Betriebsausfälle resultieren aus innerer Hochdruck-Ventilsitzerosion, was zu übermäßiger Rücklaufleckage, verlängerten Startzeiten, Raildruckabfall unter Last und dem Auslösen des Notlaufmodus führt. Äußeres Durchblasen von Verbrennungsgasen (Blow-by) oder thermisch bedingtes Klemmen des Injektors können zudem unrunden Leerlauf und hörbares Dieselnageln verursachen, was eine vollständige hydraulische Instandsetzung oder den Austausch inklusive neuer Kupferdichtringe erfordert.
Vor dem Einbau die OE-Referenz A6680700987 überprüfen; beachten Sie, dass frühe Bosch CRI1-Injektoren auf der OM668-Plattform keine IMA-Codierung erfordern, die Dichtflächen im Zylinderkopf jedoch gründlich nachgefräst werden müssen, um ein Durchblasen von Verbrennungsgasen zu verhindern.
Fahrzeug- und Motorverwendung
| Fahrzeug | Motor | Baujahre |
|---|---|---|
| Mercedes-Benz A-Class (W168) A 160 CDI | Mercedes-Benz OM668 (1.7L CDI OM668.940 / OM668.941 / OM668.942) | 1998-2004 |
| Mercedes-Benz A-Class (W168) A 170 CDI | Mercedes-Benz OM668 (1.7L CDI OM668.940 / OM668.941 / OM668.942) | 1998-2004 |
| Mercedes-Benz Vaneo (414) 1.7 CDI | Mercedes-Benz OM668 (1.7L CDI OM668.940 / OM668.941 / OM668.942) | 2002-2005 |
Technische Daten
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| SKU-Nummer | 0445110116 |
| Marke | Mercedes-Benz / BOSCH |
| Komponententyp | Complete Injector Assembly (Bosch Common Rail (CRI1 solenoid)) |
| OE-Nummer | A6680700987, 6680700987, A66807009870080, 66807009870080 |
| SteuerventilKernwert | 🔗 Gemeinsames Ventil (2 Baugruppen):0445110115 |
| DüsencodeKernwert | |
| Interne Düsen-TeilenummerKernwert | |
| Einspritzsystem | Bosch Common Rail (CRI1 solenoid) |
| BetriebsdruckKernwert | |
| Drehmomentvorgabe | 25 N·m |
| Spannpratzen-Drehmoment | 7 N·m + 90° |
| Garantie | 12 Months |
| Abgasnorm | Euro 3 |
| Motorenfamilie | OM668 (1.7 CDI) |
| Steuergeräte-Codierung erforderlich | Verify with OEM tool |
| Magnetventil-Baugruppe | F00VC30053 |
| Dichtringsatz | F00VC99002 |
Einbauhinweise
Benötigte Werkzeuge: 10-mm- & 11-mm-Bremsleitungsschlüssel (Rail- und Injektor-Überwurfmuttern), Injektor-Gleithammer / Ausziehersatz (bei festsitzendem Injektor), Messing-Sitzreinigungsbürstensatz & Industriesauger, Dichtsitz-Fräswerkzeug (bei Brandgas-Erosion), Drehmomentschlüssel (Bereich 2 N·m – 40 N·m), ECU-Diagnosetester mit IMA-/QR-Codierfunktion, Digital-Bügelmessschraube / Tiefenmessschieber zur Kupferring-Prüfung
- Batterie abklemmen & Raildruck abbauen: Massepol trennen und vor dem Lösen von Leitungen per Diagnosetester prüfen, dass der Raildruck unter 10 bar abgefallen ist.
- Motorraum & Injektorschächte säubern: Schmutz, Ablagerungen und Ölrückstände rund um die Injektorschächte mit Druckluft und Teilereiniger gründlich entfernen.
- Kabelstrang & Leckölleitungen kennzeichnen: Zylinderstecker markieren und die empfindlichen Halteklammern der Rücklaufleitung vorsichtig entriegeln.
- Hochdruckleitungen ausbauen: Überwurfmuttern mit Leitungsschlüssel lösen; offene Railabgänge und Injektorzuläufe SOFORT mit Reinraum-Verschlusskappen verschließen.
- Spannpratzenschrauben lösen: Befestigungsschrauben der Spannpratzen herausdrehen. Die Dehnschrauben müssen ausnahmslos erneuert werden.
- Injektorkörper herausziehen: Injektor senkrecht entnehmen. Bei Verkokung einen zugelassenen Gleithammer am Zulaufgewinde anbringen, ohne den Injektor zu verdrehen.
- Injektorschacht kontrollieren: Sicherstellen, dass der alte Kupferdichtring nicht im Schacht klebt; gegebenenfalls mit einem Messing-Dichtringhaken bergen.
- Dichtsitz reinigen & nachfräsen: Die Dichtfläche im Schacht mit speziellem Sitzfräser und Schachtbürsten reinigen und mit Industriestaubsauger absaugen, bis blankes Metall sichtbar ist.
- Neuen Kupferdichtring montieren: Einen OE-konformen Kupferdichtring (Standard 1,5 mm - 2,0 mm) mit wenig Montagefett am Injektorschaft fixieren.
- Injektor mit Keramikpaste montieren: Den Injektorkörperschaft hauchdünn mit temperaturbeständiger Keramikpaste bestreichen; Düsenspitze und Dichtring strikt fettfrei halten.
- Spannpratze vorschriftsmäßig anziehen: Spannpratzenschrauben ansetzen und mit Drehmomentschlüssel stufenweise auf Werksangabe (20 N·m) festziehen.
- Hochdruckleitungen montieren: Überwurfmuttern zunächst von Hand spannungsfrei ansetzen, anschließend an Injektor und Rail gleichmäßig mit 25 N·m festziehen.
- Leckölleitung & Stecker montieren: Rücklaufanschlüsse aufdrücken, bis die Halteklammern hörbar einrasten; elektrischen Stecker aufstecken und verriegeln.
- IMA/QR-Code einprogrammieren & entlüften: Den auf dem Injektorkopf eingravierten Kalibriercode im Steuergerät dem jeweiligen Zylinder zuweisen; Kraftstoffsystem vor dem Erststart vorfördern/entlüften.
- WICHTIGE IMA-KALIBRIERUNG: Den Motor keinesfalls ohne Programmierung der neuen IMA/QR-Werte betreiben - unkalibrierte Injektoren führen zu Verbrennungsnageln, Zylinderungleichheiten und Partikelfilterbelastung.
- UNBEDINGTER AUSTAUSCH DES KUPFERDICHTRINGS: Stets neue Kupferdichtringe und Dehnschrauben verwenden - wiederverwendete Dichtungen führen zu massivem Durchblasen von Verbrennungsgasen ('Black Death').
- HÖCHSTE SAUBERKEIT AM HOCHDRUCKSYSTEM: Schmutzpartikel ab 5 Mikrometer können das Steuerventil F00VC01024 oder die Düsennadel blockieren - Schutzkappen erst unmittelbar vor der Montage abnehmen.
- ANZUGSMOMENT DER SPANNPRATZE BEACHTEN: Das Drehmoment von 20 N·m exakt einhalten - ein Überziehen verzieht den Injektorkörper und führt zum Klemmen der inneren Bauteile.
Häufig gestellte Fragen und Diagnose
Erfordert der Bosch-Injektor 0445110116 eine Steuergerätecodierung (IMA / QR-Code)?
Ja, der Bosch-Injektor 0445110116 erfordert die Programmierung des zylinderspezifischen IMA-Kalibriercodes im Motorsteuergerät (ECU). Jede Einheit besitzt einen individuellen mehrstelligen Korrekturcode, der auf dem Spulenkopf eingraviert ist und Mengenabweichungen über verschiedene Druckstufen abbildet. Die Programmierung per Diagnosetester (Bosch KTS, VCDS, ODIS, INPA/ISTA oder Autel MaxiSys) ist zwingend erforderlich, um einen gleichmäßigen Leerlauf, die Einhaltung der Euro-3-Grenzwerte und ein sauberes Ansprechverhalten zu gewährleisten.
Was sind die häufigsten Symptome eines defekten 0445110116 Injektors beim Mercedes-Benz OM668 (1.7 CDI)?
Typische Symptome sind langes Start-Orgeln bei Kaltstart, unruhiger oder sägender Leerlauf, Schwarzrauch beim Beschleunigen (Düsenverschleiß/Überfettung), Weißrauch beim Motorstart (unverbrannter Kraftstoff), Nageln oder Ticken unter Last, erhöhter Dieselverbrauch, Zylinderaussetzer-Fehlercodes (P0201-P0206 / P0300-P0306) sowie hohe Rücklaufmengen, die unter Vollast zu Raildruck-Fehlern führen.
Sollte man Injektoren einzeln oder als kompletten Satz austauschen?
Auch wenn der Austausch eines einzelnen defekten Injektors zulässig ist, sofern keine Kraftstoffverunreinigung vorliegt, empfiehlt sich bei Motoren mit über 150.000 km Laufleistung der Austausch oder die Prüfung aller Injektoren als kompletter Satz. Der Verschleiß an Steuerventil (F00VC01024) und Düse (DLLA156P1155) schreitet auf allen Zylindern ähnlich voran; ein neuer Injektor neben verschlissenen Einheiten führt aufgrund von Einspritzmengenunterschieden oft zu Vibrationen im Leerlauf.
Warum müssen der Kupferdichtring und die Dehnschraube der Spannpratze bei jedem Einbau ersetzt werden?
Der Kupferdichtring bildet die brennraumseitige Dichtung zwischen Injektordüse und Zylinderkopf. Im Betrieb wirken Verbrennungstemperaturen über 1.500 °C und Drücke von über 150 bar. Ein einmal verpresster Dichtring härtet aus und dichtet bei Wiederverwendung nicht mehr zuverlässig ab. Zudem handelt es sich bei den Befestigungsschrauben der Spannpratzen um Dehnschrauben für den Einmalgebrauch; deren Wiederverwendung führt zu Abrissgefahr oder Spannkraftverlust.
Welche vorbeugenden Maßnahmen sind nach dem Verbau von 0445110116 Austausch-Injektoren erforderlich?
Erneuern Sie stets den Kraftstofffilter durch einen Markenfilter in OEM-Qualität (Filterfeinheit 3 bis 5 µm), prüfen Sie Tank und Leitungen auf Metallspäne durch Hochdruckpumpenverschleiß, spülen Sie das Railrohr bei Rückständen, verwenden Sie Kraftstoff nach EN 590 und prüfen Sie die Mengenkorrekturwerte (Laufruheregelung) nach ca. 500 km per Diagnosesoftware.
Fehlercodes (DTC) & Diagnoseprotokolle
Häufige Diagnose-Fehlercodes (DTCs), die ausgelöst werden, wenn dieser Common-Rail-Injektor Verschleiß, Schaltkreisfehler oder Kalibrierungsabweichungen aufweist:
Fuel Rail / System Pressure Too Low
Excessive internal backleak from worn control valve seats drops common rail pressure below target under engine load.
Injector Circuit Malfunction / Open Circuit
Solenoid coil resistance drift (0.2-0.5 Ω) or piezo stack degradation triggers driver stage shutdown on affected cylinders.
Cylinder Misfire & Balancing Deviation
Carbon-clogged nozzle spray holes or missing IMA calibration causes uneven cylinder contribution. Recode ECM and verify washer seating.
Fuel Rail / System Pressure Too High
Spill line backpressure or stuck metering valve prevents rail depressurization, creating overpressure risks under load.
Querverweise & Kompatibilität
Schwesterteile, Varianten derselben Plattform und bekannte Inkompatibilitäten.
Technische Diagnose- & Service-Protokolle
Verifizierte Prüfverfahren, Fehlercode-Grenzwerte und Werkstatt-SOPs für diese Baugruppe.