0445110138
BOSCH 0445110138 Common-Rail-Injektor für Mercedes-Benz Vito / Viano W639 & C-Klasse W203 2.2 CDI OM646
6460700187, A6460700187, A646070018780, 646070018780F00VC01328DLLA153P12461600 barProduktübersicht
Der BOSCH 0445110138 ist ein elektromagnetischer Magnetventil-Common-Rail-Injektor der zweiten Generation (CRI2.1), der speziell für die 2,2-Liter-Vierzylinder-Dieselmotoren der Baureihe OM646 CDI von Mercedes-Benz entwickelt wurde, wie sie vor allem im Vito/Viano (W639) und in der C-Klasse (W203) zum Einsatz kommen. Bei Systemdrücken von bis zu 1600 bar realisiert dieser Injektor präzise mehrstufige Vor- und Haupteinspritzungen, um ein hohes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich mit der Einhaltung der Abgasnormen Euro 3 und Euro 4 zu verbinden. Intern basiert der Injektor 0445110138 auf der hochpräzisen Bosch-Mehrlochdüse DLLA153P1246 (Bosch-Bestellnummer 0433171788) und der reaktionsschnellen Steuerventilbaugruppe F00VC01328. Zu den typischen Verschleißerscheinungen bei OM646-Motoren mit hoher Laufleistung zählen Erosion am Steuerventilsitz mit erhöhter Rücklaufmenge (was zu verlängerten Startzeiten oder Raildruckfehlern unter Last führt), Düsenverkokung mit unrundem Leerlauf sowie weißem oder schwarzem Abgasrauch und äußere Sitzundichtigkeiten („Verpechung“), wenn Kupferdichtringe wiederverwendet werden.
Überprüfen Sie vor dem Einbau unbedingt die originale Injektor-Teilenummer 0445110138 (bzw. die zugehörige Austausch-Teilenummer 0445110137) sowie die Mercedes-Benz OE-Referenz A6460700187. Ersetzen Sie grundsätzlich den Kupferdichtring und die M6-Dehnschraube der Spannpratze und programmieren Sie den 6-stelligen IMA-Kalibrierungscode in das Bosch EDC16 Motorsteuergerät.
Fahrzeug- und Motorverwendung
| Fahrzeug | Motor | Baujahre |
|---|---|---|
| Mercedes-Benz Vito W639 109 CDI / 111 CDI / 115 CDI 2.2 | Mercedes-Benz OM646 / OM647 / OM648 CDI (2.2L & 2.7L) | 2003-2010 |
| Mercedes-Benz Viano W639 CDI 2.0 / 2.2 | Mercedes-Benz OM646 / OM647 / OM648 CDI (2.2L & 2.7L) | 2003-2010 |
| Mercedes-Benz C-Class W203 / S203 / CL203 C 200 CDI / C 220 CDI | Mercedes-Benz OM646 / OM647 / OM648 CDI (2.2L & 2.7L) | 2003-2007 |
Technische Daten
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| SKU-Nummer | 0445110138 |
| Marke | Mercedes-Benz / BOSCH |
| Komponententyp | Complete Injector Assembly (Bosch Common Rail (CRI2.1 solenoid)) |
| OE-Nummer | 6460700187, A6460700187, A646070018780, 646070018780 |
| SteuerventilKernwert | |
| DüsencodeKernwert | 🔗 Gemeinsame Düse (2 Baugruppen):0445110137 |
| Interne Düsen-TeilenummerKernwert | 🔗 Gemeinsame Düse (2 Baugruppen):0445110137 |
| Einspritzsystem | Bosch Common Rail (CRI2.1 solenoid) |
| BetriebsdruckKernwert | |
| Drehmomentvorgabe | 25 N·m |
| Spannpratzen-Drehmoment | 7 N·m + 90° + 90° |
| Garantie | 12 Months |
| Abgasnorm | Euro 3 / Euro 4 |
| Motorenfamilie | OM646 (2.2 CDI) |
| Steuergeräte-Codierung erforderlich | Yes (IMA Code) |
| Magnetventil-Baugruppe | F00VC30326 |
| Dichtringsatz | F00VC99002 |
Einbauhinweise
Benötigte Werkzeuge: 10-mm- & 11-mm-Bremsleitungsschlüssel (Rail- und Injektor-Überwurfmuttern), Injektor-Gleithammer / Ausziehersatz (bei festsitzendem Injektor), Messing-Sitzreinigungsbürstensatz & Industriesauger, Dichtsitz-Fräswerkzeug (bei Brandgas-Erosion), Drehmomentschlüssel (Bereich 2 N·m – 40 N·m), ECU-Diagnosetester mit IMA-/QR-Codierfunktion, Digital-Bügelmessschraube / Tiefenmessschieber zur Kupferring-Prüfung
- Batterie abklemmen & Raildruck abbauen: Trennen Sie den Minuspol der Batterie und prüfen Sie über die Live-Diagnose, ob der Restdruck im Rail unter 10 bar gefallen ist, bevor Sie Kraftstoffverschraubungen lösen.
- Motorraum & Injektorschächte reinigen: Entfernen Sie Schmutz, Ölschlamm und lose Partikel rund um die Injektorschächte im Zylinderkopf gründlich mit Druckluft und Entfetter.
- Kabelbaum & Leckölanschlüsse kennzeichnen: Markieren Sie die Stecker des Kabelbaums für jeden Zylinder und entriegeln Sie vorsichtig die empfindlichen Kunststoff-Halteklammern der Lecköl-Rücklaufleitung.
- Hochdruckleitungen demontieren: Lösen Sie die Überwurfmuttern der Hochdruckleitungen mit einem offenen Ringschlüssel; verschließen Sie SOFORT alle offenen Anschlüsse am Rail und an den Injektoren mit sauberen Verschlusskappen.
- Spannpratzen-Befestigungsschrauben entfernen: Drehen Sie die Schrauben der Spannpratzen heraus. Beachten Sie, dass Dehnschrauben grundsätzlich entsorgt werden müssen und niemals wiederverwendet werden dürfen.
- Injektor ausziehen: Ziehen Sie den Injektor senkrecht nach oben heraus. Sollte er durch Verkokung festsitzen, setzen Sie einen freigegebenen mechanischen Gleithammer-Abzieher am Zulaufstutzen an, ohne das Injektorgehäuse zu verdrehen.
- Injektorschacht & Bohrung prüfen: Stellen Sie sicher, dass der alte Kupferdichtring nicht am Grund des Zylinderkopfsitzes festgebacken ist; entfernen Sie ihn bei Bedarf mit einem Messing-Ausziehhaken.
- Injektorsitz reinigen & nacharbeiten: Reinigen und glätten Sie die Dichtfläche im Injektorsitz mit speziellen Sitzreinigungsbürsten bzw. einem Sitzfräser und saugen Sie Rückstände mit einem Industriesauger ab, bis das Metall zu 100 % blank und plan ist.
- Neuen Kupferdichtring montieren: Setzen Sie einen neuen Kupferdichtring nach OEM-Spezifikation mit der vorgeschriebenen Stärke (Standard 1,5 mm - 2,0 mm) ein und fixieren Sie ihn mit etwas Hochtemperaturfett.
- Injektor mit Keramikpaste einsetzen: Bestreichen Sie den Schaft des Injektorgehäuses dünn mit freigegebener Hochtemperatur-Keramikpaste; halten Sie die Düsenspitze und den Kupferdichtring absolut trocken und sauber.
- Spannpratze nach Vorschrift anziehen: Setzen Sie die neuen Dehnschrauben der Spannpratze ein und ziehen Sie diese mit einem kalibrierten Drehmomentschlüssel mehrstufig nach Herstellervorgabe an (7 N·m + 90° + 90°).
- Hochdruckleitungen montieren: Schrauben Sie die Überwurfmuttern von Hand auf, um ein Verkanten des Gewindes zu vermeiden, und ziehen Sie anschließend die Anschlüsse an Injektor und Rail gleichmäßig mit 25 N·m fest.
- Leckölleitung & Kabelbaum anschließen: Drücken Sie die Anschlüsse der Lecköl-Rücklaufleitung auf, bis die Sicherungsklammern hörbar einrasten; stecken Sie den elektrischen Stecker auf und verriegeln Sie die Sicherungslasche fest.
- ECU IMA-/QR-Code-Kalibrierung & Kraftstoffsystem entlüften: Programmieren Sie den auf dem Injektorkopf eingelaserten alphanumerischen IMA-/QR-Kalibrierungscode auf den entsprechenden Zylinderplatz im Motorsteuergerät; entlüften Sie das Kraftstoffsystem vor dem ersten Startversuch.
- KRITISCH - IMA-KALIBRIERUNG: Betreiben Sie den Motor niemals, ohne zuvor den neuen IMA-/QR-Abgleichcode in das Kennfeld des Motorsteuergeräts programmiert zu haben - nicht kalibrierte Injektoren führen zu Verbrennungsklopfen, unrundem Motorlauf und vorzeitiger DPF-Beladung.
- KRITISCH - AUSTAUSCH DES KUPFERDICHTRINGS: Verwenden Sie ausnahmslos fabrikneue Kupferdichtringe und Dehnschrauben - die Wiederverwendung alter Dichtungen führt zu schwerwiegenden Brennraum-Gasundichtigkeiten („Verpechung“).
- HÖCHSTE SAUBERKEIT AM KRAFTSTOFFSYSTEM: Bereits ein mikroskopisch kleiner Schmutzpartikel von nur 5 Mikrometern kann das interne Steuerventil F00VC01328 oder die Düsennadel blockieren - belassen Sie alle Schutzstopfen bis unmittelbar vor dem Anschließen der Leitungen auf den Stutzen.
- STRIKTE EINHALTUNG DES ANZUGSDREHMOMENTS: Halten Sie sich exakt an die mehrstufige Anzugsvorschrift von 7 N·m + 90° + 90° - ein zu festes Anziehen verzieht das Injektorgehäuse und führt zum Klemmen der Düsennadel.
Häufig gestellte Fragen und Diagnose
Muss der Bosch-Injektor 0445110138 im Steuergerät codiert werden (IMA- / QR-Code)?
Ja, beim Bosch-Injektor 0445110138 muss der zylinderspezifische IMA-Kalibrierungscode zwingend in das Motorsteuergerät (ECU) einprogrammiert werden. Jedes Bauteil verfügt über einen individuellen, mehrstelligen Kalibrierungscode auf dem Steckergehäuse oder Magnetventilkopf, der die Einspritzmengentoleranzen über mehrere Raildruck-Prüfpunkte hinweg definiert. Die Programmierung dieses Codes über ein Diagnosegerät (z. B. Bosch KTS, VCDS, ODIS, INPA/ISTA oder Autel MaxiSys) ist unerlässlich, um einen ruhigen Leerlauf, die Einhaltung der Euro 3 / Euro 4 Abgasnormen und eine saubere Gasannahme zu gewährleisten.
Was sind die häufigsten Symptome eines defekten Injektors 0445110138 beim Mercedes-Benz OM646 (2.2 CDI)?
Typische Symptome sind verlängerte Startzeiten im kalten Zustand, ein unrunder oder schwankender Leerlauf, schwarzer Abgasrauch beim Beschleunigen (Düsennadelverschleiß/Überfettung), weißer Rauch beim Start (unverbrannter Kraftstoffnebel), Nageln oder Klopfen unter Last, erhöhter Kraftstoffverbrauch, Fehlercodes für Verbrennungsaussetzer (P0201-P0206 / P0300-P0306) sowie eine überhöhte Lecköl-Rücklaufmenge, die unter starker Beschleunigung zu Fehlermeldungen wegen zu niedrigem Raildruck führt.
Sollte ich die Injektoren einzeln oder als kompletten Satz austauschen?
Der Austausch eines einzelnen defekten Injektors ist möglich, sofern eine Verunreinigung des Kraftstoffsystems ausgeschlossen werden kann. Bei Motoren mit einer Laufleistung von über 150.000 km empfiehlt es sich jedoch nach gängiger Fachpraxis, alle Injektoren als kompletten Satz zu erneuern oder auf dem Prüfstand zu testen. Der Verschleiß am Hochdruck-Steuerventil (F00VC01328) und an der Düse (DLLA153P1246) tritt über alle Zylinder hinweg gleichmäßig auf; der Einbau eines einzelnen neuen Injektors neben verschlissenen Einheiten führt aufgrund von Mengendifferenzen häufig zu spürbaren Leerlaufvibrationen.
Warum müssen der Kupferdichtring und die Dehnschraube der Spannpratze bei jedem Einbau ersetzt werden?
Der Kupferdichtring bildet die entscheidende gasdichte Abdichtung zwischen der Injektordüse und dem Brennraum im Zylinderkopf. Während der Verbrennung treten Temperaturen von über 1.500 °C und Drücke von über 150 bar auf. Ein bereits gepresster Kupferring verfestigt sich kalt und dichtet bei erneuter Montage nicht mehr zuverlässig ab. Zudem handelt es sich bei den Befestigungsschrauben der Spannpratzen um Dehnschrauben, die für den einmaligen Gebrauch ausgelegt sind; eine Wiederverwendung birgt das Risiko eines Schraubenbruchs im Zylinderkopf oder eines Verlusts der Vorspannkraft.
Welche vorbeugenden Wartungsmaßnahmen sind nach dem Einbau neuer 0445110138 Injektoren erforderlich?
Ersetzen Sie grundsätzlich den Dieselkraftstofffilter durch einen Hochleistungsfilter in Erstausrüsterqualität (Filterfeinheit 3 bis 5 Mikrometer), prüfen Sie den Kraftstofftank und die Leitungen auf Metallspäne durch Verschleiß der Hochdruckpumpe, spülen Sie das Common-Rail-System bei vorhandenen Ablagerungen, verwenden Sie ausschließlich hochwertigen Dieselkraftstoff nach EN590 und überprüfen Sie nach 500 km Fahrstrecke die Mengenkorrekturwerte (Laufruheregelung) per Diagnosesoftware.
Fehlercodes (DTC) & Diagnoseprotokolle
Häufige Diagnose-Fehlercodes (DTCs), die ausgelöst werden, wenn dieser Common-Rail-Injektor Verschleiß, Schaltkreisfehler oder Kalibrierungsabweichungen aufweist:
Fuel Rail / System Pressure Too Low
Excessive internal backleak from worn control valve seats drops common rail pressure below target under engine load.
Injector Circuit Malfunction / Open Circuit
Solenoid coil resistance drift (0.2-0.5 Ω) or piezo stack degradation triggers driver stage shutdown on affected cylinders.
Cylinder Misfire & Balancing Deviation
Carbon-clogged nozzle spray holes or missing IMA calibration causes uneven cylinder contribution. Recode ECM and verify washer seating.
Fuel Rail / System Pressure Too High
Spill line backpressure or stuck metering valve prevents rail depressurization, creating overpressure risks under load.
Querverweise & Kompatibilität
Schwesterteile, Varianten derselben Plattform und bekannte Inkompatibilitäten.
Technische Diagnose- & Service-Protokolle
Verifizierte Prüfverfahren, Fehlercode-Grenzwerte und Werkstatt-SOPs für diese Baugruppe.